Das editorielle Verfahren wissenschaftlicher Fachzeitschriften
Inhalt
Der zunehmende Publikationsdruck in der Wissenschaft hat zu einer stetig wachsenden Zahl eingereichter Manuskripte geführt. Dadurch können Redaktionen, insbesondere bei Fachzeitschriften mit hohem Impact Factor, bei der Bewertung von Manuskripten immer selektiver vorgehen. Entsprechend liegen die Ablehnungsraten vieler sehr kompetitiver Zeitschriften bei über 90%. Selbst eine Veröffentlichung in Zeitschriften mittlerer Reichweite kann schwierig sein; typische Ablehnungsraten liegen hier häufig im Bereich von 40–80%.
Um Ihre Chancen auf eine Veröffentlichung zu maximieren, benötigen Sie nicht nur starke wissenschaftliche Inhalte, sondern auch eine klare und professionelle Präsentation. Wenn Sie Ihre Ergebnisse, Ideen und Schlussfolgerungen in klarer, präziser und fehlerfreier Sprache darstellen, erhöhen Sie Ihre Chancen, das unten beschriebene Vorauswahlverfahren zu bestehen, und verbessern zugleich die potenzielle Wirkung Ihres veröffentlichten Artikels innerhalb der Fachgemeinschaft.
Bei XpertScientific sind unsere Editoren und Teammitglieder erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit nachweislicher Publikationserfahrung in ihren jeweiligen Fachgebieten; viele von ihnen waren bereits als Gutachter für führende Fachzeitschriften tätig. Einige unserer Editoren waren zudem Mitglieder von Editorial Boards und verfügen daher über wertvolle Einblicke in die Prüfung und Bewertung eingereichter Manuskripte. Dadurch können sie Autorinnen und Autoren gezielt bei der Vorbereitung ihrer Arbeiten für die Einreichung unterstützen.
Wenn Sie Hinweise zur Verbesserung Ihres wissenschaftlichen Schreibens suchen, lesen Sie unsere kurze Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben.
Das Vorauswahlverfahren
Aufgrund der großen Zahl eingereichter Manuskripte kann kein Fachredakteur jedes Manuskript vollständig lesen, und die meisten Zeitschriften führen eine Form der Vorprüfung durch, bevor ein Manuskript überhaupt einen zuständigen Fachredakteur erreicht. Diese Vorprüfung wird häufig von Redaktionsassistentinnen und -assistenten durchgeführt, die vor allem eher formale Aspekte des Manuskripts beurteilen. Mit anderen Worten: Unabhängig vom wissenschaftlichen Wert Ihrer Arbeit kann es mehrere rein formale Gründe geben, warum Ihr Manuskript diese erste Stufe des Auswahlverfahrens nicht besteht:
- Schlechtes Englisch
- Unpassende Zeitschriftenwahl, d. h. das Thema Ihres Artikels passt nicht zum thematischen Schwerpunkt der Zielzeitschrift
- Nachlässige oder uneinheitliche Manuskriptformatierung, einschließlich schlecht vorbereiteter Abbildungen und Tabellen
- Ein schlecht formuliertes oder wenig überzeugendes Anschreiben
- Fehlende Adresse oder Kontaktdaten des korrespondierenden Autors
Manuskripte, die in dieser Phase abgelehnt werden, werden häufig als „desk rejected“ bezeichnet. Das bedeutet, dass sie von der Zeitschrift abgelehnt werden, bevor sie an externe Gutachter geschickt werden. All diese Probleme lassen sich durch einen professionellen wissenschaftlichen Korrektur- und Lektoratsservice wie XpertScientific beheben.
Technische Prüfungen, Ähnlichkeitsprüfung und Offenlegung von KI-Nutzung
Bevor ein Manuskript an einen Fachredakteur oder externe Gutachter weitergeleitet wird, führen viele Zeitschriften auch technische und formale Prüfungen durch. Dabei kann geprüft werden, ob das Manuskript den Autorenrichtlinien der Zeitschrift entspricht, ob Abbildungen und Tabellen das geforderte Format einhalten, ob die Literaturangaben vollständig und einheitlich formatiert sind, ob Ethikvotum, Einwilligungserklärungen, Erklärung zur Datenverfügbarkeit, Finanzierungsangaben und Interessenkonflikterklärungen enthalten sind, sofern diese erforderlich sind, und ob das Manuskript eine Plagiats- oder Ähnlichkeitsprüfung besteht.
KI-gestütztes Schreiben hat diesem Prozess eine weitere Ebene hinzugefügt. KI-Werkzeuge können hilfreich sein, um wissenschaftliche Texte zu entwerfen, zu übersetzen oder besser lesbar zu machen. Sie können jedoch auch sachliche Fehler, unbelegte Aussagen, ungeeignete Terminologie, erfundene Referenzen oder subtile Veränderungen der wissenschaftlichen Bedeutung einführen. Die Verantwortung für Genauigkeit, Originalität und Integrität des eingereichten Manuskripts bleibt bei den Autorinnen und Autoren. Außerdem verlangen viele Zeitschriften und Verlage inzwischen, dass Autorinnen und Autoren offenlegen, ob und wie KI-gestützte Werkzeuge bei der Manuskripterstellung verwendet wurden. KI-Werkzeuge dürfen nicht als Autoren aufgeführt werden, da sie keine Verantwortung für die eingereichte Arbeit übernehmen können.
Wenn Sie KI genutzt haben, um Ihr Manuskript zu entwerfen, zu übersetzen oder substanziell zu überarbeiten, sollten Sie vor der Einreichung unbedingt die KI-Richtlinien der Zielzeitschrift prüfen und das Manuskript sorgfältig von einem menschlichen Experten prüfen lassen. Weitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten zur Bearbeitung KI-gestützter Manuskripte und dazu, ob KI menschliche Editoren ersetzen kann.
Wissenschaftliche Prüfung
Wenn Ihr Manuskript die Vorauswahl besteht, wird es in der Regel an einen Fachredakteur weitergeleitet, der den wissenschaftlichen Wert der Arbeit beurteilt. Auch hier sollten Sie bedenken, dass ein Fachredakteur angesichts der großen Zahl eingereichter Manuskripte nicht zwangsläufig jedes Manuskript vollständig liest. Wenn es Ihnen nicht gelingt, das Interesse des Editors bereits mit Anschreiben und Abstract zu wecken, ist es unwahrscheinlich, dass Ihr Manuskript im Verfahren weiterkommt.
Häufige Gründe, warum Manuskripte in dieser Phase scheitern, sind:
- Die wichtigsten wissenschaftlichen Ergebnisse werden im Anschreiben und Abstract nicht überzeugend, präzise und klar formuliert dargestellt
- Das Manuskript ist insgesamt schlecht geschrieben und es fehlt an Klarheit
- Die Arbeit ist zu stark von bereits vorhandener Forschung abgeleitet und weist zu wenig Neuheit auf
- Die Daten sind unvollständig, unzureichend beschrieben oder schlecht dokumentiert
- Die Methodik ist veraltet oder schlecht beschrieben
- Das allgemeine Interesse oder die Relevanz der Arbeit ist begrenzt
Schon einer dieser Mängel kann verhindern, dass Ihr Manuskript diese Phase besteht. Unser Korrektur- und Lektoratsservice bei XpertScientific kann grundlegende Probleme der Methodik oder des wissenschaftlichen Inhalts Ihrer Arbeit zwar nicht beheben. Wir können jedoch potenzielle Probleme und Inkonsistenzen hervorheben und Sprache und Stil Ihres Manuskripts verbessern, damit Ihre Arbeit bestmöglich präsentiert wird und Ihre Chancen steigen, diese zweite Phase zu bestehen.
Peer Review
Wenn Ihr Manuskript diese beiden Auswahlstufen bestanden hat, wird es in der Regel zur Peer Review geschickt, häufig an zwei oder mehr Fachleute aus Ihrem Gebiet. Dieses Verfahren dient der Qualitätssicherung und soll gewährleisten, dass nur Artikel mit ausreichendem wissenschaftlichem Wert und allgemeinem Interesse zur Veröffentlichung angenommen werden. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, erfolgen Begutachtungen häufig einfach blind — die Gutachter kennen die Identität der Autoren, die Autoren kennen jedoch nicht die Identität der Gutachter — oder doppelt blind — weder Autoren noch Gutachter kennen die Identität der jeweils anderen Seite.
Die Gutachter verfassen schriftliche Berichte über die wissenschaftlichen Stärken und möglichen Probleme Ihrer Arbeit, und das Manuskript wird in der Regel wie folgt eingestuft:
- Veröffentlichen wie eingereicht: Dies ist der seltene „Best Case“ in der Peer Review. Der Gutachter ist vom wissenschaftlichen Wert Ihrer Arbeit überzeugt und findet keine wesentlichen Mängel in Wissenschaft, Darstellung oder Format.
- Annahme zur Veröffentlichung nach kleineren Überarbeitungen: In diesem Fall haben Sie den Gutachter vom Wert Ihrer Arbeit überzeugt, es sind jedoch noch kleinere Korrekturen vor der Veröffentlichung erforderlich.
- Erneute Prüfung nach größeren Überarbeitungen: In diesem Fall erkennen die Gutachter den wissenschaftlichen Wert Ihrer Arbeit an, es können jedoch umfangreiche Korrekturen, zusätzliche Analysen oder sogar eine erneute Analyse Ihrer Daten erforderlich sein, bevor das Manuskript erneut für eine Veröffentlichung in Betracht gezogen werden kann.
- Ablehnung: Wenn Ihrem Manuskript der erforderliche wissenschaftliche Wert fehlt, können Gutachter eine Ablehnung empfehlen, entweder endgültig oder mit der Möglichkeit einer erneuten Einreichung, nachdem schwerwiegendere Probleme behoben wurden.
Editorielle Entscheidung
Abhängig von den Empfehlungen der Gutachter, der Qualität Ihrer Überarbeitungen und Ihren Antworten auf die Kommentare der Gutachter kann der Editor entscheiden, Ihr Manuskript in eine zweite Begutachtungsrunde zu schicken oder nach eigenem Ermessen das Manuskript in ursprünglicher oder überarbeiteter Form anzunehmen.
Wenn die Gutachter zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen kommen, kann der Editor außerdem entscheiden, das Manuskript an einen zusätzlichen Gutachter zu senden, um eine dritte Meinung einzuholen.
Denken Sie immer daran, dass die Empfehlungen der Gutachter genau das sind: Empfehlungen. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass ein Editor trotz positiver Gutachten entscheidet, einen Artikel nicht zu veröffentlichen, oder stattdessen eine Veröffentlichung in einer Schwesterzeitschrift empfiehlt. Besonders bei Fachzeitschriften mit hohem Impact Factor werden Entscheidungen in dieser Phase häufig davon beeinflusst, ob ein Thema aktuell als zeitgemäß, breit relevant oder für die Leserschaft der Zeitschrift von besonderem Interesse gilt, und spiegeln daher nicht unbedingt ausschließlich die wissenschaftliche Qualität der Arbeit wider.
Zusammenfassung
Obwohl verschiedene Zeitschriften unterschiedliche Richtlinien haben und mehr oder weniger strenge Auswahlkriterien anwenden, ist das allgemeine Verfahren recht ähnlich und verhindert häufig, dass schlecht formatierte oder schlecht geschriebene Manuskripte überhaupt die Peer-Review-Phase erreichen. Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über die Auswahlstufen, die Manuskripte vor der Veröffentlichung typischerweise durchlaufen, und kann Ihnen helfen, einige der häufigsten Fehler bei der Vorbereitung und Formatierung Ihres Manuskripts zu vermeiden. Wenn Sie Ihre wissenschaftlichen Schreibfähigkeiten verbessern möchten, lesen Sie unsere kurze Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben.




